Schienenanfertigung für ulnare Instabilitäten

Gekonnt korrigieren - Schienenanfertigung für ulnare Instabilitäten des Carpus

Ein Artikel von Rebecca Groth aus der Fachzeitschrift "Ergotherapie und Rehabilitation (DVE)"

Quellenangabe: Groth, R.: Gekonnt korrigieren, ET Reha 56. Jg. 2017, Nr. 7: S. 18-19, Hrsg. DVE.

Mit freundlicher Genehmigung des Schulz-Kirchner Verlag:
Link: www.schulz-kirchner.de

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Leseprobe

Handgelenksschmerzen im Alltag sind alles andere als angenehm. Eine dynamische Schiene kann die Handwurzel entlasten, den ulnaren Carpus stabilisieren und Schmerzen lindern. Dieser Artikel zeigt Ihnen die Schienenherstellung Schritt für Schritt.

Patienten mit einem schmerzhaften Handgelenk sind in der therapeutischen Praxis häufig anzutreffen. Nicht selten berichten diese Patienten auch über ein schmerzendes Klicken oder Schnappen bei Bewegungen des Carpus (de By 2007). Diese Beschwerden weisen oft auf eine mediocarpale Instabilität hin, wie sie durch Bandlaxitäten, Verletzungen des Bandapparates oder auch Verschleiß auftreten können. Dabei ist die palmare mediocarpale Instabilität oder palmare carpale nicht dissoziative Instabilität (CIND) die am häufigsten auftretende nicht dissoziative Instabilität, die sowohl das Radiocarpalgelenk als auch das Mediokarpalgelenk betrifft (Esplugas et al. 2016).

Fehlstellung ausgleichen
Sowohl bei Verletzungen des Lunotriquetralkurz LT-Bandes als auch bei Verletzungen der mittleren Schicht des carpalen Bandapparates verliert der Carpus seine saubere Führung. Er neigt dazu, nach palmar ulnar hin abzuweichen (Esplugas et al. 2016). Diese Bewegung wird durch die Hauptbewegungsrichtung im Handgelenk noch forciert, da sich die Muskeln nach dorsal radial bzw.

nach palmar ulnar hin bewegen und somit eine carpale Supinationsamplitude bewirken. Diese Problematiken kommen oftmals bei älteren Patienten vor. Doch auch die rheumatoide Arthritis kann durch die entzündlichen Prozesse zu einer Zerstörung des Bandapparates führen. Auffällig sind bei diesen Patienten die Bajonettstellung im Handgelenk, die Handskoliose oder auch das Caput-ulnae-Syndrom (Engelhardt/ Krimmer 2006). Um nun eine Gegenbewegung für dieses durch die Schwäche des Bandapparates und die Muskelzüge bewirktes Ungleichgewicht auszugleichen, bedarf es einer carpalen Pronation, die durch die dynamische Zügelung der Schiene erreicht werden soll (Chinchalkar/Ah Yong 2004).

In sechs Schritten zur fertigen Schiene
Für die Schiene benötigt man folgende Materialien (Abb. 1):
• weiches Papier für den Zuschnitt
• niederthermoplastisches Material mit einer Stärke von 3,2 mm. Dieses sollte eine gute Grundstabilität besitzen und nicht zu elastisch sein. Für die Anbauten ist eine adhäsive, das heißt flächig klebende Oberfläche nicht notwendig.
• drei kleine Stücke Polstermaterial für die Hebelpunkte der Schiene
• Hakenband
• Flauschband
• einen dehnfähigen Streifen Flauschband oder Neopren für die dynamische Zügelung Zu 1: Die Scalenuslücke wird gebildet aus dem M. scalenus anterior,dem M. scalenus medius und der ersten Rippe.

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