Morbus Dupuytren | Auf die Streckung kommt es an

Ergotherapie bei Morbus Dupuytren

Ein Artikel von Frau Cornelia Paries und Herrn Dr. med. Harun Seyhan, erschienen in der Fachzeitschrift "ergopraxis" Ausgabe 1/18 des Thieme Verlages.

Den kompletten Artikel finden Sie hier [1.077 KB] .

Mit freundlicher Genehmigung des Thieme Verlags.
Link: www.thieme.de/ergopraxis

Leseprobe:

Ergotherapeuten behandeln Patienten mit Morbus Dupuytren in der Regel früh postoperativ. Das Wissen um die Erkrankung, ihre Pathophysiologie und die Operationsmethoden unterstützt sie dabei, die Therapie sinnvoll und fundiert aufzubauen.

Menschen mit Morbus Dupuytren können ihre Finger nicht mehr frei strecken, sie krümmen sich Richtung Handfläche. Das ist zwar in der Regel schmerzfrei, kann aber im Alltag behindern und unbequem sein. Meist beginnt die Erkrankung mit einer Knotenbildung in der Hohlhand, entwickelt sich zu kontrahierenden Bindegewebssträngen und führt sekundär zur Streck- und Abduktionshemmung der Finger und/oder des Daumens. Am häufigsten sind die MCP- und PIP-Gelenke des Klein- und Ringfingers betroffen. Morbus Dupuytren gehört zur Gruppe der oberflächlichen Fibromatosen und wird von der WHO als gutartige, tumorähnliche Läsion definiert. Bekannt ist, dass bei der Pathogenese Fibroblasten eine wichtige Rolle spielen. Sie können sich unter dem Einfluss von Wachstumsfaktoren zu Myofibroblasten differenzieren. Dabei kommt es zu einer pathologischen Überproduktion von Kollagenen (bilden Stränge aus) und kontraktilem Actin (verantwortlich für die Kontraktur des Stranges). Die genaue Entstehung der Erkrankung wird noch erforscht.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist sie multifaktoriell bedingt. Als wichtige und dennoch kontrovers diskutierte Faktoren gelten neben der genetischen Disposition ein handwerklicher Beruf, Alkoholismus, Epilepsie, Diabetes mellitus und Nikotinabusus.

Anatomie und Pathologie der Palmaraponeurose → Die Palmaraponeurose ist eine dreieckige Bindegewebsplatte in der Hohlhand ( ABB. 1). Sie entspringt proximal aus der Sehne des M. palmaris longus und dem Retinaculum flexorum. In vier trängen von Längsfasern, den sogenannten Fasciculi longitudinales oder prätendinösen Bändern, verbreitert sie sich fächerförmig nach distal. Sie reicht bis zu den Grundgelenken, wo sich ihre Fasern mit dem digitalen Spiralband und dem lateralen Anteil der bindegewebigen Hülle der Finger verbinden. Befallen ist beim Morbus Dupuytren zunächst diese longitudinale Schicht unter Aussparung der tieferen Faszienstrukturen. Die sehr flexiblen Bandstrukturen verdicken sich zunehmend und wandeln sich in Stränge um. In der Hohlhand imponieren diese Stränge prätendinös, am Finger entweder als Spiral-, Zentral- oder Seitenstränge. Die pathologische Verdickung des prätendinösen Bandes führt zu einer Flexionskontraktur des MCP-Gelenkes durch die Anheftung des Stranges an die Haut im Bereich der distalen Beugefalte.

Datenschutz & Cookies: Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.