Arthroplastik im Langfingerbereich

Kunstgelenk – Gelenkkunst

Ein Artikel von Frau Sabrina Steinweiß, erschienen in der Fachzeitschrift "praxis ergotherapie", Ausgabe Oktober/2012 des verlag modernes lernen Borgmann.

Den kompletten Artikel finden Sie hier [399 KB] .

Mit freundlicher Genehmigung des verlag modernes lernen Borgmann.
Link: www.verlag-modernes-lernen.de/zeitschriften/praxis-ergotherapie/

Leseprobe:

1. Möglichkeiten der Arthroplastik im Langfingerbereich

1.1 Arthroplastik: Definition und Geschichte
Arthroplastik, auch Gelenkersatz oder Endoprothese genannt, bezeichnet ein operatives Verfahren zur Wiederherstellung der Beweglichkeit eines geschädigten Gelenkes. Die erste Arthroplastik im Bereich der Langfinger wurde 1959 von Brannon und Klein vorgestellt. Diese sowie weitere Entwicklungen der Arthroplastik brachten zunächst unterschiedliche Komplikationen mit sich, wie z.B. Knochenerosion, Metallabrieb und Lockerung (Towfigh et al. 2011).

In den 60er Jahren entwickelte Swanson den Silikonplatzhalter – ein Material, welches sich im Bereich der Prothetik im Langfingerbereich stark durchsetzte. Zunächst entwickelte Swanson den Silikonplatzhalter für die MCP-Gelenke, einige Jahre später folgte er für die PIP-Gelenke. Swanson füllte die Lücke nach einer Resektionsarthroplastik mit einer Interpositionsprothese aus Silikon, so dass sich ein neuer Gelenkspalt mit zunächst geringem und später erweitertem Bewegungsausmaß bilden konnte.

Ziel der Swanson-Prothese ist die postoperative Bildung einer fibrösen Kapsel um die Interpositionsprothese, welche langfristig eine schmerzfreie Bewegung des Gelenkes ermöglicht und dem Gelenk Stabilität verleiht. Bei dieser Technik ist keine Fixierung im Knochenmark notwendig, da die neugebildete fibröse Kapsel die Arthroplastik genügend fixiert (Towfigh et al. 2011).

Trotz Weiterentwicklung des Silikonmaterials treten im Langzeitverlauf Ermüdungsbrüche des Materials auf. Ursachen der Brüche sind vor allem auf das Material zurückzuführen. Im Gegensatz zum Handgelenk und zum Daumensattelgelenk tritt eine Silikonsynovialitis im Langfingerbereich seltener auf. Zurückzuführen ist dies auf die geringe Belastung der Fingergelenke im Alltag (Towfigh et al. 2011). Im operativen Alltag findet meist die Silikonarthroplastik Verwendung (vgl. ebd.).

In den Abb. 3 bis Abb. 8 wird ein Fallbeispiel des Einsatzes einer PIPArthroplastik mit Swansonimplantat gezeigt.

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